Am 29. Januar war es mal wieder soweit: Der Feuerwehrmusikzug Bürstadt/Hofheim veranstaltete seine Närrische Musikstunde und das bereits zum elften Mal. Viele bunt-kostümierte Musiker fanden sich mit ihren Familien im Lehrsaal der Bürstädter Feuerwehr ein und schnell wurde klar: Es müssen noch zusätzlich Tische und Stühle aufgestellt werden, denn die Rekord-Besucherzahl an jenem Abend brachte den Saal schon nahe an seine Kapazitätsgrenze. Gekommen waren aber auch Bürstadts Fastnachtsprinzessin Louisa I. in Begleitung der Vereins AG sowie Vertreter von Vereinen, bei welchen der Musikzug mit seiner Trommelshowformation im Verlauf der Kampagne schon aufgetreten war.
Mit einigen Fastnachtshits eröffneten die Musiker den Abend, bevor das erste kleine Highlight schon anstand: Die Verleihung des diesjährigen Ordens der Närrischen Musikstunde. Die Orden haben seit jeher einen nützlichen Charakter: Entweder man kann sich auch nach der Kampagne noch im Alltag verwenden oder aber sie machen einfach satt – so gab es diesmal am Bande eine Fruchtgummitüte mit entsprechendem Label der Närrischen Musikstunde. Die Stadtprinzessin sowie Bürstadts Bürgermeister Boris Wenz und seine Gattin bekamen hierbei als eine der ersten die Fastnachtsorden verliehen.
Wie es der Zufall so wollte, wurde just am Tag der 11. Närrischen Musikstunde auch ein Musiker 11 Jahre alt. Marschtrommler Elias ließ es sich dennoch nicht nehmen, bei diesem Fastnachtsevent dabei zu sein. Neben dem Orden erhielt er als kleines Präsent noch das „Goldene Ticket“: Dieses erteilte ihm das Vorrecht auf das Fingerfood-Buffet. Dafür hatten die Musiker vielerlei Köstlichkeiten mitgebracht, von süß bis herzhaft war für jeden Geschmack etwas dabei. Und bevor Elias sich nicht den ersten Teller zusammengestellt hatte, durfte keiner ans Buffet – ein Privileg, das er sichtlich genoss.
Rhythmisch lautstark wurde es dann nochmal, als die Trommelshowformation in den Saal einzog. Sie zeigten die aktuelle Darbietung, mit der sie in dieser Saison schon auf den verschiedenen Fastnachtsbühnen der Region zu sehen waren. Auch die illuminierte Zugabe durfte am Ende nicht fehlen.
Die erste Büttenrede des Abends kam von Gregor Ofenloch. Als Superheld blickte der Flötist und Fanfarenspieler in Reimform sowohl auf das aktuelle weltpolitische wie auch auf das städtische Geschehen. Stets unterstützt wurde er dabei von einem Musikantenquartett im Hintergrund, mit dem er vorab auch schon in den Saal eingelaufen war.
Ein weiterer erfahrener Redner in der Bütt ist Tenortrommler Christopher Göttle. In diesem Jahr zeigte er einen etwas anderen Vortrag: Zum ersten Mal nicht in Versen gesprochen sagte er, was ihn im Leben so alles aufregt: Sei es das Verkehrschaos oder die Bürokratie oder so vieles andere - „Uffrege könnt´ ich mich schon widder!“ hieß es in seiner Rede des Öfteren. Mit Perücken schlüpfte er in Sekundenschnelle in verschiedene Rollen und parodierte das aktuelle Fernsehprogramm. Es blieb definitiv kein Auge trocken und um eine Zugabe kam er natürlich nicht drumherum.
Es war mal wieder ein rundum gelungener und zugleich kurzweiliger Abend voller Musik, ausgelassener Stimmung, gutem Essen und einem unterhaltsamen Rahmenprogramm.